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Rückenschmerzen trotz unauffälligem MRT – was steckt dahinter?


Frau mit Nackenschmerzen

Du warst beim Arzt. Du hast ein MRT gemacht. Und dann kam der Satz, den viele Menschen mit chronischen Rückenschmerzen kennen:


„Der Befund ist eigentlich unauffällig."


Oder vielleicht auch: „Für Ihr Alter ist das völlig normal." Oder: „Da ist nichts, was diese Schmerzen erklären würde."

Und trotzdem tut es weh. Jeden Tag.

Was viele Menschen in diesem Moment erleben, ist eine besondere Art von Verwirrung – vielleicht sogar Verzweiflung. Denn einerseits wäre ein Befund eine Erklärung gewesen. Andererseits: Wenn nichts da ist – warum schmerzt es dann so?

Ich kenne diese Frage. Nicht nur aus der Theorie.



Was ein MRT wirklich zeigt – und was nicht


Ein MRT ist ein wertvolles Werkzeug. Es zeigt strukturelle Veränderungen: Bandscheiben, Wirbelkörper, Nervenkanäle. Was es nicht zeigt, ist der Schmerz selbst.

Und das ist ein wichtiger Unterschied.

Denn Schmerz entsteht nicht im Gewebe – er entsteht im Gehirn. Das Gehirn bewertet fortlaufend Signale aus dem Körper und entscheidet: Ist das gefährlich? Brauchen wir Alarm?

Wenn die Antwort „ja" ist, entsteht Schmerz. Unabhängig davon, ob tatsächlich eine Gewebeschädigung vorliegt.



Bandscheibenveränderungen: häufiger als du denkst


Eine viel zitierte Studie untersuchte MRT-Aufnahmen von Menschen ohne Rückenschmerzen – also komplett beschwerdefrei. Das Ergebnis war überraschend: Bei einem Großteil der Untersuchten zeigten sich Bandscheibenvorwölbungen, Abnutzungserscheinungen oder andere Auffälligkeiten. ¹

Diese Veränderungen waren einfach da. Ohne Schmerzen zu verursachen.

Das bedeutet umgekehrt: Ein Befund im MRT ist nicht automatisch die Ursache von Schmerzen. Und das Fehlen eines Befundes bedeutet nicht, dass die Schmerzen nicht real sind.

Sie sind real. Vollständig real. Nur ihre Ursache liegt möglicherweise woanders als im Gewebe.



Was dann die eigentliche Ursache sein kann


Wenn Rückenschmerzen über Wochen, Monate oder Jahre bestehen – auch ohne klaren strukturellen Befund – spielt das Nervensystem häufig eine zentrale Rolle.

Das Gehirn hat gelernt, in bestimmten Situationen Alarm auszulösen. Beim Bücken. Beim langen Sitzen. Beim Aufwachen. Irgendwann auch einfach so.

Dieser Lernprozess ist keine Schwäche und keine Einbildung. Er ist eine Schutzreaktion – das Nervensystem versucht, dich zu bewahren. Es ist nur leider sehr gut darin geworden, auch dann Alarm zu schlagen, wenn gar keine akute Gefahr mehr besteht.

In der modernen Schmerzforschung nennt man das neuroplastischen oder noziplastischen Schmerz: Schmerz, der durch veränderte Verarbeitung im Nervensystem entsteht – nicht durch anhaltende Gewebeschädigung.



Warum das eine gute Nachricht ist


Ich weiß – das klingt im ersten Moment vielleicht nicht wie eine gute Nachricht.

Aber: Neuroplastizität bedeutet Veränderungsfähigkeit. Das Nervensystem hat gelernt, empfindlicher zu reagieren. Und genau deshalb kann es auch lernen, sich wieder zu beruhigen.

Neue Erfahrungen von Sicherheit helfen dem Gehirn, das Gefahrensignal Schritt für Schritt abzuschwächen. Nicht durch Willenskraft. Nicht durch Ignorieren des Schmerzes. Sondern durch ein echtes Verstehen dessen, was gerade passiert – und durch behutsame neue Erfahrungen im Körper und im Nervensystem.

Das ist keine Theorie. Es ist das, was ich in meiner Arbeit täglich begleite.



Was ich selbst erlebt habe


Ich hatte selbst Phasen mit Rücken- und Nacken-und Schulterbeschwerden. Zeitweise mit Befunden, die mich beunruhigten. Dann wechselnde Symptome, die sich nicht erklären ließen. Der Arztbesuch, das MRT, der Satz: „Eigentlich ist da nicht viel."

Was mir damals fehlte, war nicht eine weitere Diagnose. Es war ein Verständnis dafür, wie Schmerz wirklich funktioniert.

Als ich begann, Schmerz als Prozess im Nervensystem zu verstehen – nicht als Zeichen von Schaden – veränderte sich etwas. Nicht sofort. Aber spürbar.

Das ist der Grund, warum ich heute tue was ich tue.



Was du tun kannst


Wenn du dich in diesem Artikel wiedererkennst – Rückenschmerzen, die bleiben, obwohl Befunde nichts Ernstes zeigen – dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Nicht mit weiteren Untersuchungen. Sondern mit einem anderen Blick auf das, was in deinem Nervensystem gerade passiert.

Zwei Möglichkeiten, wie das aussehen kann:


Verstehen, wie dein Schmerz funktioniert: Die Begleitung bei neuroplastischen Schmerzen setzt genau hier an – mit Pain Reprocessing Therapy, Somatic Tracking und einem strukturierten Prozess, der dir hilft, den Kreislauf aus Schmerz, Angst und Anspannung zu unterbrechen.


Ein erstes Gespräch: Wenn du wissen möchtest, ob dieser Ansatz zu deiner Situation passt, kannst du dich jederzeit für ein kostenloses Erstgespräch melden. Kein Druck, keine Erwartungen – nur ein Gespräch.



Quellen

¹ Brinjikji W, et al. Systematic Literature Review of Imaging Features of Spinal Degeneration in Asymptomatic Populations. AJNR Am J Neuroradiol. 2015;36(4):811–816. doi:10.3174/ajnr.A4173



Monica Schuricht ist Heilpraktikerin in Berlin-Hermsdorf mit Schwerpunkt auf chronischen und neuroplastischen Schmerzen. Sie begleitet Menschen in Berlin und online dabei, Schmerzmuster im Nervensystem zu verstehen und zu verändern.

 
 
 

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