
Begleitung bei chronischen Schmerzen in Berlin
Wenn Schmerzen über Monate oder Jahre bestehen bleiben und Befunde deine Beschwerden nicht ausreichend erklären, ist häufig die Verarbeitung im Nervensystem beteiligt.
In meiner Praxis NeuroBewegt in Berlin-Hermsdorf begleite ich Menschen mit chronischen und noziplastischen Schmerzen auf Basis moderner Schmerzforschung.
Chronische Schmerzen ohne klare Ursache?
Vielleicht kennst du das:
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Chronische Rückenschmerzen trotz „altersentsprechender“ Bandscheibenveränderungen
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Nacken- oder Schulterschmerzen ohne eindeutigen Befund
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Migräne oder Spannungskopfschmerzen
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Reizdarm oder funktionelle Bauchschmerzen
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Schmerzen, die wandern oder sich verändern
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Tinnitus oder Kribbeln in den Händen
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Beschwerden, die durch Stress stärker werden
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen haben Befunde – etwa degenerative Bandscheibenveränderungen oder leichte Arthrose – die jedoch die Intensität oder Dauer der Beschwerden nicht vollständig erklären.
Schmerzen sind real.
Und sie lassen sich verstehen.
Wie eine Mind-Body-Begleitung abläuft
Die Begleitung folgt einem klaren, strukturierten Ablauf.
Im ersten Termin schauen wir deine Schmerzgeschichte differenziert an:
Wann haben die Schmerzen begonnen?
Was hat sie beeinflusst?
Welche Befunde liegen vor?
Welche Erfahrungen haben sie verstärkt oder abgeschwächt?
Ich erkläre dir verständlich, wie chronische Schmerzen entstehen können und warum sie sich im Nervensystem verselbstständigen. Dieses Wissen ist kein theoretischer Zusatz, sondern die Grundlage für Veränderung – denn das Gehirn reagiert anders, wenn es Bedrohung neu bewertet.
Die Begleitung verbindet moderne Schmerzforschung mit konkreten Übungen:
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Elemente aus der Pain Reprocessing Therapy (PRT) – um die überaktive Gefahrenbewertung im Gehirn schrittweise zu verändern
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Somatic Tracking – das ruhige, neugierige Beobachten von Schmerzempfindungen, um Alarmreaktionen im Nervensystem zu reduzieren
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JournalSpeak – strukturierte Schreibübungen zur emotionalen Entlastung und Stressverarbeitung
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Regulation des Nervensystems durch gezielte Körperwahrnehmung
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schrittweises Wiederaufnehmen vermiedener Aktivitäten, um neue Sicherheitserfahrungen zu ermöglichen
Ziel ist es, dem Gehirn wieder mehr Sicherheit zu vermitteln und den Kreislauf aus Angst, Anspannung und Schmerz nachhaltig zu verändern.
Diese Arbeit basiert auf meiner Spezialisierung in moderner Schmerzforschung und körperorientierten Verfahren. Mehr über meinen Hintergrund und meine Arbeitsweise erfährst du hier.
Was bedeutet noziplastischer Schmerz?
Wenn Schmerzen über längere Zeit bestehen bleiben, kann sich die Verarbeitung im Nervensystem verändern. Schmerzsignale werden schneller aktiviert oder bleiben bestehen – auch ohne akute Verletzung.
In der Schmerzmedizin spricht man dann von noziplastischem Schmerz.
Das bedeutet: Nicht nur das Gewebe, sondern die Verarbeitung im Nervensystem spielt eine zentrale Rolle.
Das hängt mit der Neuroplastizität zusammen – der Lernfähigkeit des Gehirns. Schmerz kann sich festigen. Er kann sich aber auch wieder verändern.
Kurz erklärt:
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Noziplastisch = Schmerz durch veränderte Verarbeitung im Nervensystem
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Neuroplastisch = Das Nervensystem ist lernfähig
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Der Schmerz ist real – und grundsätzlich veränderbar
Bei welchen Beschwerden dieser Ansatz sinnvoll sein kann
Chronische oder noziplastische Schmerzmechanismen können bei unterschiedlichen Symptombildern eine Rolle spielen.
Chronische Schmerzsymptome
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Chronische Rücken- oder Nackenschmerzen
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Fibromyalgie
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Spannungskopfschmerzen oder Migräne
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Kiefergelenksbeschwerden (CMD/TMJ)
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anhaltende Sehnen- oder Gelenkschmerzen
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chronische Bauch- oder Beckenschmerzen
Weitere körperliche Symptome
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Schlafstörungen
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anhaltende Erschöpfung
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Schwindel oder Tinnitus
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Parästhesien (Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle)
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funktionelle Atem- oder Brustbeschwerden
Beschwerden des autonomen Nervensystems
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Reizdarmsyndrom
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Reizblase / interstitielle Zystitis
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funktionelle Herzrhythmusbeschwerden
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komplexe regionale Schmerzsyndrome
Begleitende psychische Belastungen
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Angst
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depressive Verstimmung
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erhöhte Stressreaktionen
Ein wichtiger Hinweis:
Diese Liste dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnostik. Akute oder neu auftretende Beschwerden sollten immer medizinisch abgeklärt werden.
Strukturierter 8-Wochen-Prozess bei chronischen Schmerzen
Kostenfreies telefonisches Erstgespräch (15–20 Minuten)
Wir klären, ob dieser Ansatz für dich passend ist und ob eine Zusammenarbeit sinnvoll erscheint.
Der 8-Wochen-Prozess
6 Sitzungen à 60 Minuten
Gesamtpreis: 540 €
Dieser strukturierte Rahmen ermöglicht eine kontinuierliche Veränderung und die schrittweise Integration in deinen Alltag. Zwischen den Terminen arbeitest du mit konkreten Übungen weiter, um neue Sicherheitserfahrungen im Nervensystem zu festigen.
Während des Prozesses kannst du dich bei Fragen melden. Nach den 8 Wochen entscheiden wir gemeinsam, ob die Begleitung abgeschlossen ist oder ob eine Fortführung sinnvoll ist.
Einzelsitzung
60 Minuten – 100 €
Geeignet zur ersten Einordnung, als Impuls oder wenn du keinen längeren Prozess wünschst.
Häufige Fragen
Sind noziplastische Schmerzen eingebildet? Nein. Die Schmerzen sind real. Bei noziplastischem Schmerz ist die Verarbeitung im Nervensystem verändert. Das bedeutet nicht, dass „nichts da“ ist – sondern dass das Nervensystem Schmerzsignale aufrechterhält, auch ohne akute Verletzung. Der Schmerz entsteht im Körper – und wird im Nervensystem verarbeitet.
Können sich neuroplastische Beschwerden verändern? Ja. Das Nervensystem ist lernfähig. So wie sich Beschwerden festigen können, können sie sich auch wieder regulieren. Neue Erfahrungen von Sicherheit helfen dem Gehirn, das Gefahrensignal Schritt für Schritt abzuschwächen. Veränderung braucht Zeit – ist aber grundsätzlich möglich.
Spielt Angst bei chronischen Schmerzen wirklich eine Rolle? Ja. Ein wesentlicher Anteil chronischer oder noziplastischer Schmerzen entsteht durch einen sogenannten Angst-Schmerz-Kreislauf. Wenn das Nervensystem Schmerz als Gefahr bewertet, reagiert es mit Anspannung, Schutzspannung und erhöhter Wachsamkeit. Gefühle wie Angst, Wut, Trauer oder Frust aktivieren dabei das Gefahren- bzw. Alarmsystem im Körper. Das bedeutet nicht, dass der Schmerz „psychisch“ ist – sondern dass Emotionen direkt auf das Nervensystem wirken.
Bedeutet das, ich muss über meine Gefühle sprechen? Nicht zwingend im klassischen Sinn. In der Begleitung geht es nicht um endlose Analyse, sondern darum, unbewusste Stress- und Schutzreaktionen im Nervensystem wahrzunehmen und zu regulieren. Manche Menschen arbeiten stärker über Körperwahrnehmung (z. B. Somatic Tracking), andere nutzen Schreibübungen wie JournalSpeak, um unterdrückte Emotionen sicher auszudrücken. Was sinnvoll ist, klären wir individuell.
Wenn ich einen Befund habe – kann es trotzdem noziplastischer Schmerz sein? Ja. Degenerative Bandscheibenveränderungen, Arthrose oder andere strukturelle Befunde sind häufig normale Alterserscheinungen. Sie erklären nicht immer die Intensität oder Dauer der Schmerzen. Wenn Beschwerden anhalten, obwohl Gewebe verheilt ist oder Befunde mild sind, kann die Schmerzverarbeitung im Nervensystem zusätzlich beteiligt sein.
Ist dieser Ansatz wissenschaftlich fundiert? Ja. Er basiert auf moderner Schmerzforschung zur Neuroplastizität sowie auf Methoden wie Pain Reprocessing Therapy (PRT). Ziel ist es, das überaktive Gefahrensystem im Gehirn zu beruhigen und neue Sicherheitserfahrungen zu ermöglichen.